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 Artemis, im griechischen Mythos die po- pulärste aller Göttinnen, Tocher des Zeus und der Leto, Schwester des Apollon. Die Herkunft ihres Namens ist bis heute un- geklärt. An erster Stelle jungfräuliche Jagdgöttin, vereinigte sie nach und nach vielerlei von anderen lokalen Gottheiten auf sie übertragene
Wesenszüge, die ihr ur- sprünglich nicht eigen waren. Begleitet von den Nymphen, zog sie der Sage nach mit Pfeil und Bogen durch Wälder und Auen und galt als Patronin der Jäger und Herrin der Tiere. Wer sie beleidigte, wurde von ihr hart bestraft. So tötete sie die Tochter der Niobe und die Aloaden, die den Olymp stürmen wollten, den Aktaion, weil er sie nackt im Bade sah, Orion, der sie im Diskuswerfen herausforderte oder eine ihrer Jägerin- nen, vielleicht auch ihr selbst, nachstellte. Neben vielen anderen Bei- spielen ist besonders auf das des Agamemnon zu verweisen, der sie gekränkt hatte und von dem sie die Opferung seiner Tochter Iphigeneia verlangte. In Aulis soll Iphigeneia von ihrem Vater geopfert werden. (Doch Artemis tauschte sie auf dem Altar gegen eine Hirschkuh aus und brachte sie als ihre Priesterin nach Tauris). Zusammen mit ihrem Bruder Orestes floh sie jedoch nach Attika.
  

  
  
 In der Hafenstadt Aulis in Böotien sam- melte sich das Heer und die Flotte der Griechen. Als Oberbefehlshaber wurde Agamemnon ernannt.
Als die Schiffe nun endlich aufbrechen wollten, wehte kein Lüftchen und die Flotte konnte nicht aus- laufen. Da befragte man den Seher Kalchas nach der Ursache dieser unheimlichen Windstille. Dieser antwortete, dass die Göttin Artemis dem Agamemnon zürne, der auf der Jagd einer ihrer heiligen Hirschkühe getötet hatte. Solange würde kein Wind wehen, bis Agamemnon seine älteste Tochter, die schöne Iphigeneia, ihr geopfert hätte.
Groß war da der Schmerz des Vaters. Doch das Heer war in Aufruhr und so erklärte er sich zu diesem Opfer bereit. Unter dem Vorwand, dass Achilleus Iphigneia heiraten wollte, schickte er nach seiner Frau Klytemnästra und seiner Tochter. Voll Freude eilten sie beide mit Orestes, dem Sohn des Agamemnons nach Aulis. Doch schon bald erfuhr Klytemnästra von der eigentlichen Absicht ihres Mannes und vor Iphigeneia machte sie ihrem Mann die schlimmsten Vorwürfe. Iphegeneia erklärte sich jedoch Griechenland zuliebe bereit, in den Opfertod zu gehen. So wurde der Altar im Heiligen Hain der Artemis vor Aulis bereitet und Kalchas stand mit dem Opfermesser bereit, die schreckliche Zeremonie zu vollziehen. Da fühlte sich Artemis durch den Gehorsam Agamemnons und seine erlittene Seelenqual versöhnt und so entrückte sie das Mädchen in einer Wolke und legte dafür eine Hirschkuh auf den Opferaltar.
Agamemnon eilte sofort zum Zelt seiner Gattin, um ihr die frohe Botschaft zu ver- künden. Doch diese war schon auf dem Weg nach Mykene zurück und in ihrem Herzen brannte der Hass gegen den Mörder ihres Kindes.
  
Agamemnon beobachtet wie seine Tochter geopfert wird
  
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