Wildgänse in Lied
und Poesie

 

Wildgänse rauschen durch die Nacht

Walter Flex/Robert Götz 

Wildgänse rauschen durch die Nacht
Mit schrillem Schrei nach Norden
Unstete Fahrt habt acht, habt acht.
Die Welt ist voller Morden.

 
Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,
Graureisige Geschwader !
Fahlhelle zuckt und Schlachtruf gellt,
Weit wallt und wogt der Hader.

 
Rausch zu, fahr zu, du graues Heer!
Rausch zu, fahrt zu nach Norden!
Fahrt ihr nach Süden übers Meer,
Was ist aus uns geworden?

 
Wir sind wie ihr ein graues Heer
Und fahr'n in Kaisers Namen
Und fahr'n wir ohne Wiederkehr.
Rauscht uns im Herbst ein Amen.

Das Gedicht:
"Wilde Gänse"
wurde von der Poesie Autorin
Mary Oliver
 Bild unten, geschrieben.

Am 11. September 1935 wurde Mary Oliver in Maple Heights, Ohio geboren. Sie ist die Autorin von vielen awardgekrönten Bänden der Poesie und ebensolchen Büchern. Für ihr  Buch: "American Primitive" ,erhielt Mary 1984 den Pulitzer Preis. Ihre Ehrentafel ist zu lang um sie hier aufzuzeichnen. Sie ist eine von Amerika's geehrtesten Erfolgsautorinnen, Poetinnen und Dozentinnen. Jetzt gehört sie zu der Fakultät des Bennington College in Vermont.


Wilde Gänse
Mary Oliver
übersetzt von Christa

Du brauchst nicht gut zu sein.
Du brauchst nicht auf deinen Knien laufen
Einhundert Meilen durch die Wüste, in Reue.
Du brauchst nur das weiche Tier deines Körpers
lieben lassen was es liebt.
Erzähl mir von deinem Leiden, und ich erzähl' dir meins.
Inzwischen die Welt geht weiter.
Inzwischen die Sonne und die klaren Tropfen des Regens
bewegen sich über die Landschaft, über die Prärie und die tiefen Bäume, die Berge und die Flüsse.
Inzwischen die Wilden Gänse, hoch in der klaren blauen Luft, fliegen wieder heimwärts.
Wer du bist, oder auch wie einsam, die Welt bietet sich zu deiner Fantasie, ruft zu dir, wie die Wilden Gänse, rauh und aufregend.
Über und über deinen Platz verkünden in der Familie, der Dinge. 


Mary Oliver